eMule auf Topspeed


Dass man Autos ‘tunen’, d.h. angebliche Verbessungen in den Bereichen Aussehen und Leistung erzielen kann, sollte vielen bekannt sein; doch dass eben solches ‘Tuning’ auch bei Software möglich ist, wird den einen oder anderen doch eher verwirren: Software-Tuning? Hä?

Das Paradebeispiel im Softwarebereich ist sicher das weltbekannte P2P Programm ‘eMule’, ein Programm, dass den Datentausch mit anderen Nutzern des eDonkey2000-Netzwerkes ermöglicht. Weltweit nutzen zwischen 5 und 7 Millionen User dieses Programm zur selben Zeit.

Und was hat das jetzt mir ‘tuning’ zu tun? Also: wenn man ein Rennauto braucht, dann kauft man sich in der Regel kein 08/15 Auto, sondern ein Auto, dass schon von Anfang an auf Leistung getunt ist. Das entspräche eMule-Clients, die von Programmierern so modifiziert wurden, dass sie automatisch eine höhere Downloadrate (synonym zur Geschwindigkeit bei Autos) erreichen. Aber da diese Methode ja für den Hobbymechaniker uninteressant ist, schnappt er sich einfach ein normales Auto und versucht dieses zu Höchstleistungen zu bewegen.

Also habe auch ich mir den ‘normalen’ eMule Client v0.46a von Sourceforge.net besorgt und auf einem Testrechner installiert. Zu beachten gilt, dass man bei Downloads darauf achten sollte, dass keine Urheberrechte verletzt werden, da in diesem P2P Netzwerk auch geschützte Werke frei zugänglich sind.
Jedoch kann man problemlos freie Software wie die Linux-Distributionen Knoppix oder RH Fedora über dieses Netzwerk herunterladen.

Anyways; hier nun die Screenshots, die die Leistung meines ‘eMule-Tunings’ zeigen:


Auf dem Screenshot ist die eMule Statistik dargestellt, nachdem das Programm etwas über 12 Stunden lief. Die durchschnittliche Downloadgeschwindigkeit beträgt ~115kb/s, der Upload ~7,5kb/s. Das UL:DL Verhältnis betrug nach den genannten 12 Stunden 1:15; ein Wert, der den normalen eMule-User, der im Schnitt ein Verhältnis von 1:2 erhält, blass werden lässt.


Hier nochmals die ‘Beschleunigung’ meines Clients innerhalb von etwa 30 Minuten. Während ‘normale’ Versionen erst nach 1-2 Stunden eine Zunahme der Downloadgeschwindigkeit verbuchen, lädt mein Clientnach 30 Min schon mit ca. 90kb/s.

Doch welchen Nutzen hat diese Aktion überhaupt?
Zum einen muss man anmerken, dass ein P2P-Netzwerk nur dann gut läuft und eine ‘gerechte’ Verteilung bietet, wenn das Verhältnis von Upload und Download 1:1 ist; Wenn einer jedoch den Upload von 10 Usern erhält und nur einem User etwas hochlädt (vereinfacht), dann kippt das ganze System. Dieser Problematik kann man z.B. mit einem ‘Creditsystem’ wie es das in Deutschland entwickelte P2P System Applejuice nutzt, entgegenwirken.
Doch schlussendlich zählt bei solchen Versuchen nur der sportliche Ehrgeiz etwas zu Höchstleistungen zu bringen; wie bei den Autotunern im RL eben.

Ausserdem wird es nach einigen Wochen sowieso langweilig, da man dann das gesamte Netzwerk ‘geleecht’ hat und es nichts mehr gibt, das man downloaden könnte…. :D

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