“C’etait Un Rendezvous” - Claude Lelouch


Claude Lelouch hat 1976 einen Film gedreht, der lange Zeit (eigentlich immernoch) als Legende gilt. In Lelouch’s Video “C’etait Un Rendezvous” geht es um einen Rennfahrer, der in einem Ferrari 275 GTB im Paris der 70er, wie heutzutage der Ghostrider, ein kleines Rennen gegen die Zeit bestreitet.

Claude Lelouch wurde daraufhin verhaftet. Wer den Wagen damals gefahren hat (vielleicht sogar er selbst) wollte er nicht sagen. Und so kam es, dass der Film erst jetzt, 30 Jahre später, so richtig bekannt wurde…

C’etait un Rendezvous is the creation of the French filmmaker Claude Lelouch in 1976. Using a Ferrari 275 GTB early one August morning, Lelouch attached a camera to the bumper of the car and sped through the streets of Paris. He gave the driver a set route from Porte Dauphine, through the Louvre, to the Basilica of Sacre Coeur, which is straight through the heart of Paris. The driver is still unknown to this day, because Lelouch was never able to obtain a permit to close the streets. The driver, who Lelouch told officials was an F1 racer, went over the speed limit and blew off many red lights. When this film was first shown, Lelouch was arrested, and because of this, the footage has spent many years underground before it began to resurface on DVD a few years ago. Lelouch used a new technology of the time, a gyro stabilized camera mount, in order to mount the camera on the car. The problem with this is that the technology of the time only allowed for a ten minute film with this mount. Lelouch told his driver to rush because of this time limit, and the video itself is only about nine minutes. In our velocity graph, we used all footage of the car when it was in motion.
(Hypertextbook)

Es geht los auf dem Peripherique, wo die Kamera an der Porte Dauphine aus einem Tunnel auftaucht und die Abfahrt hinaufschießt zur Avenue Foch, die den Schlaf des Großbürgertums mit Bäumen vor dem Verkehrslärm schützt. Man hört das Heulen des V12-Motors, das Schalten der Gänge und das Quietschen der Reifen und gerät durch die bodennahe Perspektive, die das Straßenpflaster wie in einem Sog zu beschleunigen scheint, schnell in einen tranceartigen Geschwindigkeitsrausch, der tatsächlich an Computerrennspiele wie “Need for Speed” erinnert. Hinauf zum Arc de Triomphe, wo die letzten Nachtschwärmer sich nach Hause orientieren, die Champs-Elysees hinab zum Concorde, da ist das erste halbe Dutzend roter Ampeln bereits überfahren. Am Ende werden es fünfzehn sein, aber auch ohne Ampeln wird die Vorfahrt fröhlich mißachtet.

Über den Quai des Tuileries geht es durch den Jardin du Carrousel im Hof des Louvre, ohne rechts oder links zu gucken, Richtung Opera. Kurz davor stehen die Ampeln wieder auf Rot. Ausweichen auf die Gegenfahrbahn, Augen zu und durch, an den Galeries Lafayette vorbei zu Trinite und weiter zum Pigalle. Die Straßen werden enger, die Müllabfuhr ist unterwegs, scharfes Abbremsen, eine Frau mit Hund drückt sich erschreckt an die Häuserwand, beim Pigalle dann links den Boulevard de Clichy hinauf. An der Place Blanche eine kurze Irritation: Der Wagen schwenkt nach rechts, überlegt es sich dann doch anders und fährt geradeaus zum Friedhof, rechts in die Rue Coulaincourt, die in einem Bogen den Montmartre hinaufführt.

Man weiß nicht, ob sich der Fahrer an der Place Blanche geirrt hat oder ob ein Hindernis in Sicht kam - der Wagen schwenkt zu früh zurück. Aber noch während man darüber nachdenkt, schwenkt er in einem U-Turn in die Avenue Junot, die den Hügel noch mal umrundet, in die Rue Norvins mündet und über die Place du Tertre zu Sacre-Coeur führt. Zu Füßen der Basilika kommt der Wagen oberhalb der Treppe zum Stehen, eine blonde Frau kommt die Stufen emporgelaufen, der Fahrer steigt aus, läuft auf sie zu und umarmt sie, dann die Einblendung: “C’etait un rendezvous filme par Claude Lelouch”. Den Kopf des Fahrers sieht man nicht, aber seine Statur ähnelt der des Regisseurs.
(FAZ)

Im Hypertextbook hat sogar jemand ausgerechnet, wie schnell der Fahrer war. Die Popnutten & Andreas haben auch berichtet

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Leserkommentare

Mein Beitrag zu dem Thema. Und noch anderes “relevantes” Zeug.

haha, schleichwerbung… :P

kannst froh sein, dass ich ein bild von dir gesehen hab, wo du gerade geblitzt wurdest… das verzeiht dir alles… :D