Re: Mein Schwager kennt sich da aus


In der FAZ von heute schreibt Andreas Rosenfelder im Feuilleton: “Wer revolutioniert hier wen? Wie der Alltag das Internet und das Internet den Alltag verändert.”. “Das Internet ist bewohnbar geworden” ist der dazugehörige Onlineartikel auf FAZ.net.

Alles dreht sich darum, das bislang mit mausetoten, meistens von HTML-kundigen Schwagern programmierten Privatseiten und uncharmanten Firmenauftritten vollgestopfte Internet mit neuem Leben zu füllen. Die DSL-Leitungen sind Saugrüssel, die in unseren Adreßheften, Fotoalben und Tagebüchern stecken - denn hier gewinnen die neuen, dynamischen Internetplattformen einen Stoff, den keine übermotivierte Agentur für „Content“ je hervorbrächte.

Ein ganz interessanter Einstieg, denn erst die Einführung von Breitbandanschlüssen für die Masse hat zu der Evolution des Webs geführt. Dannach folgt sofort die Geschichte des Chris McKinstry, der den ersten “Online-Suizid” begang.

…in diesem Netzwerk [OpenBC] kann man, ganz wie in den nobelsten Clubs, nur mit persönlicher Empfehlung Mitglied werden.

Ich glaube da hat jemand etwas nachlässig recherchiert, denn im Gegensatz zu beispielsweise ASmallWorld & Schwarzekarte darf sich bei OpenBC jeder unter Einhaltung der AGB’s anmelden.

Irgendwie hat Andreas Rosenfelder in dem Artikel mehr über Social Networks als über Web 2.0 geschrieben. Diese Sozialen Netze sind zwar ein wichtiger Teil des Web 2.0, aber dennoch stehen sie nicht alleine für die Renaissance des Internets.
Ich empfehle nicht, den Schwager zu fragen, was Web 2.0 ist. Hat Herr Rosenfelder übrigens auch nicht:

Hobbyprogrammierende Schwager frage ich in solchen Dingen schon mal gar nicht, habe im Übrigen gar keine… ;-)

Eine bessere Informationsquelle ist da die Wikipedia (ist auch ein Kind des Web 2.0): Web 2.0 in der Wikipedia. Dort gibt es genügend weiterführende Informationen.
Und am besten schaut man sich im Web an, was sich denn geändert hat und testet die angebotenen Diensteleistungen einfach mal selbst. Ein paar der praktischen und sinnvollen Beispiele wären Gmail, Flickr, Delicious, Qype, Writely, OpenBC, die Wikipedia und viele andere auch.

Informationen und Links

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Leserkommentare

Lieber Herr Dittes, auch ich habe mir den besagten F.a.Z. Artikel unter meine “virtuelle” Lupe genommen und ähnliche Unstimmigkeiten ausmachen können. Auch wenn ich jetzt nicht unter die “Spalter” gerechnet werden können, so ist mir recht schleierhaft, aus welchen Motiven sich ein solcher Artikel verfassen lässt. *kopfchüttelnder Gruß*
Andreas Auwärter

Ihr Artikel dazu ist auch ganz interessant. Ich habe mich unmitelbar nach dem lesen mit Andreas Rosenfelder in Verbindung gesetzt und einige Gedanken mit ihm getauscht.
Es ging ihm wohl vor allem einmal darum, entgegen der allgemeinen Euphorie eine etwas nüchternere Darstellung zu verfassen. Ich finde es ok so zu verfahren, allerdings ist es m.E. doch etwas zu drastisch ausgefallen.

Und ich war eben nur etwas enttäuscht, weil das ganze unter dem Titel “Web 2.0″ lief und nicht unter “Social Web/Social Networks”, um was es in dem Artikel eigentlich ausschließlich ging.