Das wahre Gesicht des Web 2.0 - virtuelle Deportation im 21. Jahrhundert?
Soziale Netzwerke, Online Gemeinden oder Communities, wie man heute wohl zu sagen pflegt, sind derzeit allgegenwärtig und werden unter dem von Tim O’Reilly im Herbst 2004 geprägten Schlagwort Web 2.0 als neues Eldorado des modernen Internets gepriesen. Neben der eigentlich schon uralten Eigenschaft der interaktiven Kommunikation und gemeinschaftlichen Lieferung der Inhalte dieser Netzwerke zeichnen sich diese vornehmlich durch aalglatte Corporate Designs aus und versuchen nicht nur hierdurch ihren Nutzern eine heile Welt vorzugaukeln.
Diese sehen sich somit in Hoch-Zeiten des Phishings, Spammings und Keyloggings auch gerne dazu animiert, sich auf diesen Plattformen zu registrieren und neben ihren sensibelsten persönlichen Daten auch gleich ihre komplette Psyche in solche Netzwerke einzutippen. In vielen Fällen wird auch eine vermeintliche Sicherheit durch die Verwendung von SSL Scripten unterstrichen und niemand scheint sich großartig Gedanken darum zu machen, dass die maßgebliche Gefahr, die von solchen Netzwerken ausgeht, in den meisten aller Fälle gar nicht von außen, sondern aus dem Inneren dieser Gemeinden ausgeht!
Alexander Dort vom Social Business Club hat in dem aktuellen SocialBC Newsletter seine Erfahrung mit einem anderen sehr großen online Business-Club geschildert. Dort schreibt er, wie sehr diese social networks doch von dem Gutdünken der Betreiber abhängt, wurde er doch - seiner Meinung nach grundlos - aus einem Forum gebannt und dazu noch sein Account gelöscht.
Dass die angelegten Daten im Netzwerk erhalten bleiben und dies rechtlich abgesichert ist, liest man dann erst in den AGB’s nach, wenn es schon zu spät ist:
Nun werden viele, die diesen Beitrag lesen, sicherlich überlegen wieso gerade ich versuche diese Gefahren aufzuzeigen, denen man sich als aktives Mitglied der schönen, neuen WEB 2.0 Welt aussetzt. Kann man doch über ein wenig Recherche recht einfach erkennen, dass wir ebenfalls recht aktiv in diesem neuen Marktsegment unterwegs sind.
Auch diese Erklärung ist einfach: dieser persönliche Vorfall, der mir diese Gefahren erst richtig aufzeigte, veranlasste uns zu einem Umdenken. Regularien wird es wie bereits erwähnt immer geben müssen. Zu viele Trolle, Spammer und andere böse Buben tummeln sich in dieser virtuellen Welt, doch dürfen wir die Entscheidungsgewalt über individuelle Rechte der Mitglieder nicht mehr der persönlichen Einschätzung einzelner Administratoren überlassen!
SocialBC plant zumindest eine Einführung eines Regluierungsinstrumentes, dass auf demokratischen Prinzipien beruht. Das läßt einen immerhin hoffen…
Schließlich und endlich sollten Soziale Netzwerke in erster Linie mindestens eines sein - sozial!



ohne Worte …