Die Hype-Zyklen neuer Technologien - Hype Cycle for Emerging Technologies


Ich hatte Gartners Hype Cycle for Emerging Technologies 2006 zwar schon am ersten September gebloggt, aber da der SpOn jetzt über Die Hype-Zyklen neuer Technologien berichtet, nutze ich die Gunst der Stunde doch, um nochmal darüber zu schreiben.

Kann man bei der Entwicklung, der Vermarktung und der Investition in neue Technologie überhaupt etwas richtig machen? Die US-Unternehmensberatung Gartner Group behauptet: ja. Seit mittlerweile elf Jahren ordnet sie Technologien fein säuberlich entlang einer Kurve ein, die auf ihrer x-Achse die öffentliche Aufmerksamkeit und auf ihrer y-Achse die Zeit beschreibt. Mittlerweile gibt es solche “Hype Cycles” zu 70 Themen - von Application Development bis XML. Sie werden nicht von einem eigenen Autorenteam verfasst, sondern von den jeweiligen Experten, die diese Bereiche betreuen.

Ich bin immernoch etwas skeptisch, wie verlässlich das ganze sein soll, denn beispielsweise “Web 2.0″ definiert sich ja nicht als eigenständige Technologie, sondern ist vielmehr ein Überbegriff der anderen eingezeichneten Begriffe. Hier das Schaubild, das ich damals gepostet hatte. Im Artikel des SpOn ist lediglich eine minimal modifizierte Version verwendet worden:

Der größte Moment des Hype Cycle war es, im November 1999 das Ende des Dotcom-Booms für das nächste halbe Jahr vorhergesagt zu haben. Doch auf diesen Volltreffer kommen im Rückblick auch einige Luftschüsse: Beim ersten Hype Cycle, den Fenn im Januar 1995 vorstellte, war unter anderem die drahtlose Kommunikation auf dem Weg zum Gipfel, während sich der “Information Superhighway” (heute gemeinhin als Internet bezeichnet) bereits auf dem absteigenden Ast befand.

Dies zeigt schon, dass diese Hypecycles nicht das Maß aller Dinge sind, sonder lediglich als ein Darstellungsversuch angesehen werden sollten.

Wenn der Hype Cycle also als Instrument zur Vorhersage nur bedingt taugt, wozu dann? Als “gute erste Orientierung bei der praktischen Arbeit” bezeichnet ihn Ralph Nelius, Berater bei der Management- und Strategieberatung Arthur D. Little: “Die Idee ist nicht schlecht, und die Einteilung der Phasen passt meistens ganz gut. Wenn es den Hype Cycle nicht gäbe, würde ihn bestimmt jemand bald erfinden.” Allerdings seien die Einschätzungen “ein bisschen amerikalastig”. Deshalb sei es wichtig, regionale Besonderheiten zu beachten. Und auch wenn es um detailliertere Strategieplanung gehe, sei der Hype Cycle kein Ersatz für eigene Marktforschung und Erfahrung.

[Via Arno]

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