StudiVZ für ca. 100 Millionen Euro von Holtzbrinck übernommen


Der Focus berichtet (Holtzbrinck kauft Kontaktbörse StudiVZ), dass das StudiVZ nun komplett von Holtzbrinck übernommen wurde.

Die Online-Studenten-Kontaktbörse StudiVZ ist verkauft worden. Zum Jahresende erhielt die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck („Die Zeit“) den Zuschlag.

Der Übernahmepreis liegt laut Spiegel (Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ) bei etwa 100 Millionen Euro:

Jetzt hat das Community-Fieber Deutschland erreicht: Das größte deutsche Online-Studentennetzwerk StudiVZ hat den Besitzer gewechselt. Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE ging das Community-Angebot für an die 100 Millionen Euro an die Holtzbrinck-Gruppe - trotz der Kritik, die StudiVZ in den vergangenen Monaten abbekommen hatte.

Dennoch ist die Aussage mit 100 Mio kritisch zu betrachten, Tilo Bonow äußerte sich als Pressesprecher des Studentennetzwerkes zu Kaufpreis gegenüber SpOn:

StudiVZ-Sprecher Tilo Bonow sagte gegenüber SPIEGEL ONLINE jedoch, der Preis habe “deutlich unter 100 Millionen Euro” gelegen. Der Holtzbrinck-Verlag war vorher bereits als Minderheitseigner bei StudiVZ engagiert.

Auch StudiVZ selbst hat sich dazu auf dem Corporate Blog geäußert (studiVZ wird von Holtzbrinck übernommen):

Wir wollten Euch darüber informieren, dass Holtzbrinck zum 2. Januar 2007 sämtliche Anteile an studiVZ übernommen hat. Holtzbrinck war auch bislang schon einer unserer Gesellschafter und verfügte über eine Minderheitsbeteiligung.

Nachdem das StudiVZ die Liste der Investoren offengelegt hatte, war Holtzbrinck Ventures bereits als größter Minderheitsbeteiligter zu erkennen.

Interessant im Zusammenhang mit den Vorkomnissen der letzten Wochen ist ein Abschnitt ganz interessant:

Und ganz wichtig: Obwohl wir jetzt ganz zur Holtzbrinck-Gruppe gehören, bleibt studiVZ selbstverständlich völlig eigenständig. Genauso bleiben alle Gründer im Management tätig. Auch sämtliche Nutzerdaten bleiben bei studiVZ. Damit ist die Sicherheit Eurer Daten weiter gewährleistet, und es werden von uns auch in Zukunft keine Daten an Dritte – auch nicht innerhalb der Holtzbrinck-Gruppe - weitergegeben.

Ein User im Netzwerk hat damit einen Wert von ca. 80 Euro. Leider werden die Studenten von diesem Geld nichts sehen, obwohl der Wert allein durch ihre Daten generiert wurde. Das nennt man dann UGC. Auf wen sich der Betrag verteilt habe ich weiter unten für euch zusammengefasst.

Vor einiger Zeit gab es schon Gerüchte um den Kauf vom StudiVZ durch den Axel Springer Verlag, die amn bei Robert lesen konnte (Kauft Springer StudiVZ?):

ab grad gehört, Springer würde StudiVZ kaufen… Kaufpreis rel. gering. Kannst Du mit der Info was anfangen?

Der Focus hat nähere Informationen dazu und weiß sogar von einem gebotenen Kaufpreis:

Im Bieter-Duell zum Jahresende hatte der Verlag Axel Springer („Bild“) nach FOCUS-Informationen unter Verhandlungsführung des Vorstandsvorsitzenden Mathias Döpfner in letzter Minute ein 120-Millionen-Euro-Angebot nachgeschoben. Über den letztlich erzielten Kaufpreis schwiegen sich beide Unternehmen aus. Von Verkäuferseite hieß es nur, der Preis liege deutlich unter dem Springer-Angebot.

Der Kauf wird sicher einige Leute freuen, die vorher investiert hatten wie z.B. Kolja, der sich als Investor in seinem Blog schon dazu äußert:

Ich bin glücklich, dass mein erstes Investment erfolgreich ist und freue mich mit dem Geld was ich durch den Verkauf der Anteile bekommen habe weitere Startups zu unterstützen.

Auch weitere Leute freuen sich über den Verkauf. Dies sind neben den Gründern Ehssan Dariani und Dennis Bemmann, die das Unternethmen im Oktober 2005 gegründet haben und Michael Brehm, der Anfang 2006 dazugestoßen ist als Investoren:

Aaron Voloj Dessauer, Dario Suter, Christian Vollmann, Kolja Hebenstreit, Lukasz Gadowski, Matthias Spieß, Christophe Maire, Holtzbrinck Ventures GmbH, European Founders Fund GmbH (Die Brüder Marc, Oliver und Alexander Samwer)

Die offizielle Pressemitteilung enthält noch eine Beschreibung des StudiVZ:

www.studiVZ.net wurde im Oktober 2005 von den zwei Studenten
Ehssan Dariani (26) von der Universität St. Gallen und Dennis Bemmann
(28) von der HU Berlin gegründet. Später wurde das Team noch durch
Michael Brehm (26) von der WHU vervollständigt. StudiVZ ermöglicht
Studenten, mit ihren Freunden in Kontakt zu bleiben und die
Anonymität an den europäischen Hochschulen zu überwinden. Neben
praktischen Funktionen wie den diversen Interessengruppen, den
Fotoalben oder den persönlichen Profilen sind es gerade Komponenten
wie das Freundesnetzwerk oder das “Gruscheln”, die die als
Studentenprojekt gestartete Plattform so beliebt gemacht haben.

Nachtrag:

In einem Kommentar zu Roberts Artikel meldet sich DonAlphonso zu Wort:

Eine unternehmensnahe Quelle bezifferte den von mir verursachten “Schaden” auf 80 - 100 Millionen. Das reicht mir.

Auf der Blogbar scheibt er selbst etwas zu dem Kaufpreis (Die Bedeutung von Millionen auf dem Papier):

Bekannte werden wissen, dass ich schon öfters Korrekturen bei Bewertungen veranlasst habe, sei es nun am Nemax oder in Portfolios. Dieser Fall hier ist vielleicht im Mittelfeld zu finden. Ich habe ca. 30 Beiträge zu StudiVZ geschrieben, Arbeitsaufwand eine Woche, Folgen zusammen mit den anderen Beteiligten in der Blogosphäre: Ein zweistelliger Millionenverlust in den Bewertungen der Besitzer von StudiVZ, gemessen am Ergebnis. Das ist ok. Gut, ich hatte mehr erwartet. Angesichts der Angst in der Verlagsszene, die den Preis hochgetrieben hat, ging eben nicht mehr. Trotzdem:

Ich hatte und habe meinen Spass mit StudiVZ.

Anderst die Stimmung bei einem weiteren Investor, Lukasz Gadowski; er schreibt auf der Gründerszene: (Glückwunsch an StudiVZ):

Glückwunsch & vielen Dank an das StudiVZ Team und alle Unterstützer für den gelungenen Exit. Ich freue mich auch über das damit verbundene Mutmach-Signal an die gesamte Unternehmerzunft…

Ich denke auch, der Kauf die (deutsche) Webszene etwas belebt hat und sicher auch das Interesse anderer Verlage/Unternehmen weckt, sich in diesem Bereich zu engagieren. Ob der Preis nun zu hoch war oder zu niedrig, das ist ein anderes Thema. Die Frage ist ja, ob man mit solchen Deals eine neue Blase erzeugen kann oder ob man durch eine niedrige Bewertung (vlg. zu Facebook) die Euphorie dämpft.
Mir scheinen alle Beteiligten glücklich zu sein (inkl. DonAlphonso ;)) und ich gratuliere auch zu dem Exit.

Etwas kritisch betrache ich die Sache nur von der Seite, dass Holtzbrinck das StudiVZ ja nicht zum Spass gekauft hat. Und wenn man schon keine Nutzerdaten weiterverwenden darf, dann doch wenigstens (etwas?) Werbung auf die Plattform bringen. In diesem Zusammenhang bin ich nur froh, dass man beim StudiVZ mittlerweile etwas aufmerksamer Blogs liest. Wenn es uns also zu Bunt wird (im wahrsten Sinne des Wortes), dann werdet ihr von uns lesen… ;)

Was die Blogosphäre dazu meint:
Webzweipunktnull: Holtzbrinck kauft StudiVZ
Netzthemen: StudiVZ an Holtzbrinck verkauft
Blog’n Roll: StudiVZ wechselt für 100 Mio Euro den Besitzer
Internetszene: studiVZ wird von Holtzbrinck geschluckt
Perspektive 2010: StudiVZ an Holtzbrinck verkauft!
Florian Altherr: StudiVZ für über 100 Millionen Euro verkauft
Bildungsszene: Holtzbrinck kauft StudiVZ
e-commerce-blog: StudiVZ ist verkauft
Fimpern: StudiVZ für 100 Mio vertickt
Blogpiloten: StudiVz für 100 Millionen an Holzbrinck
Side-2: Holzbrink-Gruppe übernimmt StudiVZ für 100 Mio Euro
Verspult: StudiVZ für 100 Millionen verkloppt
Der-Link: StudiVZ verkauft
Robin Haseler: 100 Millionen für StudiVZ!
1802: StudiVZ verkauft
Hep-Cat: StudiVZ für über 100 Millionen Euro verkauft (SPON)
Pixelreality: Holzbrinck übernimmt StudiVZ
Quo-Vadis-Zorn: Next
Thomas Gigold: 100 Millionen Euro
Robert Basic: Sunblogger: Holtzbrinck kauft StudiVZ
Capellmeister: studiVZ geht komplett an die Holtzbrinck-Gruppe
Werbeblogger: 100 Mio für StudiVZ
VisualBlog: StudiVZ verkauft!
Arno Klein: StudiVZ verkauft: 100 Millionen Euro für eine Million Studenten
Konrads Blog: Halleluja
Cordobo: Holtzbrinck Gruppe kauft Studentenportal StudiVZ
Sajonara: StudiVZ: Das Mäusemelken beginnt
Schockwellenreiter: dot.Komisches
Golem: Holtzbrinck kauft studiVZ
Agenturblog: Holtzbrinck übernimmt StudiVZ für 100 Millionen Euro
CIO Weblog: Kein Aprilscherz: Holtzbrinck-Verlag kauft StudiVZ
Blog-Age: Holtzbrinck schluckt StudiVZ
Mike Schnoor: StudiVZ dreht auf dem Teller

Noch mehr bei Technorati: StudiVZ

Informationen und Links

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Leserkommentare

Dankjewell für die Erwähnung.

Schöne Zusammenfassung!
Den Technorati-Link am Ende würde ich um -odp ergänzen, dann taucht der Dolzer-Spam nicht auf.
Andreas T., war der Tipp nicht von Dir? ;-)

Ja, der Tipp wurde zuerst beim Alex veröffentlicht.

Der Hausherr hier ist Andreas Dittes, und ich war Alexander Trust. ;)

Und zum dritten……

Verkauft.Das StudiVZ ist an die Holtzbrinck-Gruppe vertickt worden. Wer mehr dazu lesen will kann das tun, da haben sich am Nachmittag viele Blogger die Finger drüber wund getippt.Darüber ob die Klitsche das Geld wert ist/jemals war dürfte man weite…

Ah, ups, Andreas und Alexander durcheinanderwerfen ist schon, äh, ein bischen peinlich. Mann mann, wo habe ich nur meinen Kopf wieder abgeschraubt. ;-)

Hi, there!..482ecab9c7cc702719c5f5fbdb9d3657