Kommunikation und Marketing – Wie Web 2.0 die Welt verändert

Der Inhaber von “Strategien für Medien im Umbruch”, Dr. Ewald Wessling, zeigte im ersten Vortrag des KOMMFORUMs auf, welche grundlegenden Umbrüche es im Nutzungsverhalten der Medien ergeben hat. Eine sehr interessante These wurde angesprochen, nach der man davon ausgeht, dass das Fernsehen wie das Radio zu einem Hintergrundmedium migriert, wodurch die Nutzung des Mediums zwar gleichbleibt, die Wahrnehmung der Inhalte aber drastisch sinkt, da man im Gegensatz zum Radio z.B. die Werbung ansehen muss um den Inhalt warhzunehmen.
Während die Generation der Mittvierziger in ihrer Jugend im Schnitt 1,9 Medien genutzt hat, sind es bei den heuigen Teenies durchschnittlich 5,4. Da sie mit dem Internet und dieser Informationsflut aufwachsen, bezeichnet man sie als “Digital Natives”. Im Gegensatz dazu die “Digital Immigrants!, die sich erst jetzt mit den neuen Medien befassen und diese daher – ähnlich Framdsprachlern im Vergleich zu Muttersprchlern – nicht so intuitiv beherrschen.
Web 2.0 ist ein Schlaraffenland der Informationen. Im Gegensatz zu klassischen Ansätzen werden nicht durch Mangel, sondern durch Überfluss neue Märkte geschaffen. In diesem Zusammenhang kann man auch das Long-Tail-Prinzip anfügen – Unternehmen wie Amazon machen große Teile des Umsatzes nicht über Topseller, sondern Nischenprodukte. Wenn man das Angebot vergrößert, wächst auch automatisch die Nachfrage. In einem Versuch mit einer riesigen Musiksammlung wurden unabhängig von der Skalierung stets etwa 95% der Inhalte genutzt.
Keine Technologie schafft Mehrwerte ohne Inhalte. Diese Inhalte werden verstärkt nach dem AAL-Prinzip generiert. AAL bedeutet „Andere Arbeiten Lassen“ und wird international als UGC oder “User Generated Content” bezeichet.
Die Thesen von Dr. Wessling in Bezug auf die Zukunft des Internets lauten:
1. Alles wird virtualisiert
2. Die Welten werden stärker vernetzt
Abschließend stellt der Medienexperte einen Vergleich zur Reformation an, in der erst durch Gutenberg und den Buchdruck eine breite Masse an Leuten erreicht werden konnte.
Diskussion
In der anschließenden Diskussion wurde erörtert, wie Web 2.0 die Welt verändert. Beteiligt waren neben Dr. Ewald Wessling, der morderierte: Matthias Ehrlich, Vorstand der United Internet AG; Klaus Haasis, Geschäftsführer der MFG Baden-Württemberg mbH; Dr. Pascal Zuta, Geschäftsführer von Bloomstreet und André Herbst, Marketing Manager von Acony.

Als Thesen für einen Erfolg im Web wurde genannt, dass man sich als Firma/Plattorm öffnen muss. Allerdings gibt es auch gewisse Einschränkungen, da Offenheit gleichzeitig auch Risiko bedeutet:
“Wer zu offen ist, kann nicht ganz dicht sein”
Der Paradigmenwechsel drückt sich also zum einen durch diese Offenheit (”openess”) aus, zum anderen wurden aber auch die Punkte “linking” und “sharing” genannt.
Die Probleme, die Deutschland als Nation im Wettbewerb mit anderen Ländern hat, sind vielfältig. Eindeutig war die Meinung, dass Deutschland intellektuell keine Defizite gegenüber anderen Ländern aufweist, sind wir mit der deutschen Qualität und den technischen Höchstleistungen doch weltweit angesehen.
Viel mehr liegen die Probleme wohl an einer schlechteren Grundstimmung. Deutschland hat nocht keine Region, die ähnlich wie das legendäre Silicon Valley einen überaus fruchbaren Boden für Startups darstellt. Zum anderen sind die Risikokapitalgeber im Land weitaus defensiver als beispielsweise in den USA.
Dennoch ist das allgemeine Fazit durchaus positiv. Zwar wird davor gewarnt, als Medienunternehmen im klassischen Bereich den Anschluss zu verpassen, dennoch sollte keine Truerstimmung herrschen. Geht man mit dem Trend, so hat man gute Chancen alte Märkte zurückzugewinnen und neue Märkte zu erschließen.
Eine interessante Randnotiz ist, dass auf dem Spielemarkt wohl weniger die Hardcore-Gamer als Kunden interessant sind, die sich lediglich einmal ein Spiel kaufen und das dann jahrelang spielen, sondern “Hausfrauen”, die kleine Geschicklichkeitsspiele oder ähnliches als Zeitvertreib oder wie auch immer nutzen. ![]()



Gute Zusammenfassung!