Die große Suchmaschine für kleine Inserate
Vor einiger Zeit war ich in einem Vortrag von Dr. Stefan Gross-Selbeck, dem Geschäftsführer von eBay Deutschland. Er hat auch einige Worte zum Kleinanzeigenportal Kijiji verloren, das zu eBay gehört. Ich habe die Kennzahlen nicht mehr im Kopf, aber es ist schon Wahnsinn, welches Potential hinter einem solchen einfachen Thema wie Kleinanzeigen steckt.
Auch in den USA wurden viele durch dem Erfolg von Craigslist überrascht. Kleinanzeigen erleben nach einem Boom im Print nun eine Renaissance im Internet.

Kleinanzeigen haben mehrere direkte Vorteile gegenüber Auktionen oder ähnlichen Systemen, die sich nicht auf die Kontaktvermittlung zwischen Anbieter und Abnehmer beschränken:
- Bis auf die Kontaktvermittlung greift das Portal nicht ein
- Meist komplett kostenlos für Einsteller und Abnehmer
- Man kann einen Deal direkt mit einer anderen Person abwickeln ohne Bietsystem o.ä.
- Es gibt einen Festpreis bzw. Vhb
- Die Angebote sind lokal, d.h. vor allem auch für Selbstabholer und für Umtausch geeignet
Ein Problem, das sich damit schon ergibt ist, dass es alleine in Deutschland mindestens ein Duzend Plattformen gibt, die sich auf diesen Markt stürzen. Die Folge ist eine Fragmentierung der Angebote.
Eine einfache Lösung dieses Problems haben sich die Jungs um Kompaktsuche.de ausgedacht: Statt ein weiteres Portal zu launchen betreiben sie eine Suchmaschine für Kleinanzeigen, die über 18 große Portale hinweg suchen kann.

Da die Suche die wichtigste Funktion an einem Dienst wie Kompaktsuche.de ist, sollte man sich hier extrem viele Gedanken zu Usability etc. machen. Hier kann man nur einen Tipp geben: KISS! Was bei Google funktioniert hat, sollte bei anderen nicht schaden.
Was ich hier für sinnvoll halte sind ein Feld zur Eingabe des Suchbegriffes sowie ein Feld für eine Lokalsuche. Den Rest kann man locker unter einem Link „erweiterte Suche“ verstecken. Wenn sich die Betreiber die Statistiken anschauen werden sie feststellen, dass die restlichen Funktionen sowieso kaum genutzt werden. Auch eine Kategorienwahl halte ich erstmal für überflüssig – sollte das Keyword nicht gut genug sein, könnte man z.B. bei mehr als 300 Treffern darauf hinweisen, wie eine genauere Suche funktioniert.
Die Bannerpreise für die Plattform sind schon gesalzen, ich bin mir nicht sicher, ob man hier ein paar andere Ansätze probieren sollte. Google Ads sind zwar schon besser als blöde Banner, aber da geht doch sicher noch einiges. Dienste wie Ormigo.de zu nutzen sollte bei einer Suchmaschine für (lokale) Kleinanzeigen doch hochgradig Sinn machen.
Was den Traffic anbelangt, so muss man natürlich sehen, dass alle Inhalte der einzelnen Portale für Kleinanzeigen schon selbst für Google optimiert sind. Tendentiell wird Google auch erst dort indizieren und alle andern Seiten eher als Doppelte Inhalte ansehen.
Als ich eben Google mal gefragt habe, wurden zudem nur 167 indizierte Seiten angegeben. Ich denke gerade in diese Richtung kann man sicher noch einiges machen. Vielleicht könnten die Suchergebnisse nicht nur thematisch sondern lokal gruppiert aufbereitet werden… (eine klassische Suchanfrage wird ja „Fahrrad Köln“ lauten – also Keyword plus lokaler Bezug)
Kleinanzeigen sind definitiv ein super spannender Markt. Ich glaube, dass Suchmaschinen wie Kompaktsuche.de hier eine große Chance haben. Dafür muss aber einiges getan werden. Die Monetarisierung sollte etwas weniger agressiv angegangen werden und dafür lieber etwas cleverer indem man die Anzeigen besser anpasst. Alle Anzeigen über der Suchmaske hätte ich jetzt irgendwie sowieso ignoriert – und dass ein Banner das Logo der Seite ist, ist mir dadurch erst spät aufgefallen…
Ich bin gespannt, wie sich das Ganze entwickelt… ![]()




Auf Anhieb gleich um die Ecke gefunden was ich suchte und Geld gegen Ware getauscht. Den Leuten wünsche ich Erfolg und euch vielen Dank für den guten Tipp.