Billig nach Hause telefonieren – Billig telefonieren mit Mobile 2.0

Nachdem bereits der Spiegel Online in dem Artikel “Billiger mobil telefonieren ” über Cellity berichtet hat, habe ich heute einen Artikel in der Onlineausgabe der Financial Times Deutschland gefunden, der auch wieder über Cellity berichtet: “Billig nach Hause telefonieren“:

Wenige Cent statt vieler Euro: Neue Anbieter bieten dank kostengünstiger Technik Handytelefonate aus dem Ausland ohne hohe Aufschläge an. Doch der Preisvorteil dürfte im Wettbewerb bald schwinden.

In der Tat tut sich viel auf dem Mobilfunkmarkt. Nachdem nun die ganzen großen Discounter versucht haben, eigene Dienste zu etablieren, gehen Startups daran, den Markt erneut aufzurollen.

Hier die einzelnen Anbieter:

Jajah
Bei dem Start-up sorgt ein kleines Programm dafür, dass ein Handygespräch nach einem kurzen Weg bis zum nächsten Mobilfunkmast über die günstige Internetinfrastruktur geleitet wird. Der Dienst funktioniert derzeit nur mit wenigen Handymodellen.

Jajah klingt zunächst ganz interessant und scheint auch technisch schon sehr weit fortgeschritten zu sein (mobile-client, etc). Allerdings finde ich es nicht wirklich transparent, dass man die Tarife beispielsweise Netto, also ohne die Mehrwertsteuer angibt.

Cellity
Bei dem Hamburger Unternehmen soll ein Extraprogramm Geld sparen. Dieses vergleicht vor jedem getätigten Anruf, ob es eine günstigere Alternativroute gibt. In diesem Fall wird der Anruf über den Cellity-Server umgeleitet.

Cellity wird spätestens in der zweiten Novemberhälfte verfügbar sein. Bisher sind zwar keine Tarife oder ähnliches bekannt, aber ein Least-Cost-Router für das Handy zu bauen halte ich für eine sehr gute Idee, zumal man weder Handy, Simkarte, noch die Nummer ändern muss, um den Dienst nutzen zu können.

Che
Aufschläge für grenzüberschreitende Gespräche werden vermieden, indem die Telefonate bereits im Ausland ins Festnetz umgeleitet werden. Software ist nicht nötig, aber eine neue Sim-Karte. Für den Leitungstrick sorgt die Che-Technik im Hintergrund.

Che Mobil ist im Grunde nur ein weiterer Anbieter auf dem Mobifunkmarkt, der im klassischen Sinne arbeitet; Man bekommt als Kunde eine Simkarte und darf zu recht günstigen Konditionen telefonieren und SMS versenden.

Rebtel
Die Schweden machen aus jedem Gespräch ein nationales Telefonat ins Festnetz: Statt im Ausland anzurufen, wählt der Kunde eine Nummer im eigenen Land. Danach wird das Telefonat über das Internet geführt. Allerdings müssen beide Teilnehmer bei Rebtel angemeldet sein.

Rebtel funktioniert ähnlich wie Jajah, hier handelt es sich lediglich um einen Webservice; man muss also online erst einmal die beiden Nummern der Gesprächspartner eingeben, damit der Anruf entsprechend günstiger/kostenlos ist. Immerhin die Webseite hat ein sehr freshes Design – gefällt mir.

Doch das Geschäft der Newcomer könnte nur von begrenzter Dauer sein. “In vier, fünf Jahren werden Jajah und andere nicht mehr interessant sein”, urteilt Philip Geiger, Telekomexperte der Unternehmensberatung Solon. Ihr Wachstum basiere auf dem deutlichen Preisunterschied zu den Tarifen der Mobilfunkbetreiber. Ohne die Differenz verlören sie ihre Attraktivität schnell wieder.

Ich denke, dass man mit dem entsprechenden Service sicher auch noch in 10 Jahren auf dem Markt existieren kann. Wichtig ist es in meinem Augen, dass man dem Kunden stets einen wirklichen Mehrwert bietet. Wenn man erst die Rufnummern auf einer Webseite eingeben muss, dann ist das zu kompliziert, da stimme ich der Ansicht der Telekom zu:

“Die werden nicht erfolgreicher sein als andere Dienste auch, die mehrere Schritte vom Nutzer verlangen, bevor sie ein Telefonat führen können”, sagt ein T-Mobile-Sprecher.

Allerdings sind die modernen Handys so flexibel, dass man einen Ansatz wie Cellity verfolgen kann: Eine Software übernimmt das Routen eines Gespräches und verhilft so automatisch zu den günstigsten Gesprächen. Ähnlich wie es der Smartsurfer eben für Modemverbindungen tut.
Dass nach 4-5 Jahren die Luft aus dem Geschäft ist, denke ich nicht. Der Markt wächst weiter, die Preise werden gerade durch solche Anbieter und Dienste auch weiter fallen. Es wird immer eine neue Idee und einen neuen Anbieter geben, der noch einen Tick interessanter ist, als die Konkurrenz.

Aber den größten Vorteil haben natürlich wir Kunden, denn was freut uns mehr, als fallende Preise? 🙂

PS: Kann mal jemand für eine solche Situation auf dem Benzinmarkt sorgen?

6 Comments

  1. ein schoener artikel.
    ich habe vor einigen wochen den dienst von
    http://www.peterzahlt.de/c2c-peterzahlt/
    getestet .
    zu meiner ueberraschung bekam ich keine
    unterbrechenden werbeeinblendung zu hoeren.

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  2. genau. in deutschland ist peterzahlt vielleicht sogar noch bekannter als jajah. sollte mal einen schönen anbietervergleich machen oder so…

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  3. Wirklich sehr nette informative Information. In deinem Blog kann man gerade kleben bleiben.

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  4. Ich danke für diesen Informativen Beitrag. Werde mal versuchen darüber noch mehr Infos zu bekommen. Falls du mehr Infos hast, würde ich mich freuen.

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  5. Hallo!

    Seht Euch auch mal “Phonesty” unter http://www.phonesty.com an.

    Ist ein Konferenzdienst, kann aber auch günstig von Flatrate-Nutzern für Auslandstelefonate genutzt werden, da normale Festnetz-Einwahlnummer.

    Gruß,

    Matze

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