Firmen-Homepage als "Anti-Werbung"

Internet und E-Mail sind für deutsche Unternehmen inzwischen so selbstverständlich wie das Telefon. Doch längst nicht alle Betriebe nutzen das weltweite Datennetz auch für ihr Marketing. Vor allem kleine Unternehmen haben noch Defizite. Nach einer Untersuchung des Bundeswirtschaftsministeriums haben nur 45 Prozent der Unternehmen mit weniger als neun Mitarbeitern eine eigene Homepage, bei den großen sind es fast doppelt so viele. “Der Grund liegt eher weniger in einer bewussten strategischen Entscheidung als im fehlenden Know-How”, stellen die Autoren der Studie fest.

Das BIEG rät den Unternehmen, ihren Internet-Auftritt von Profis entwerfen zu lassen. Die Kosten zwischen 1500 und 4000 Euro machten sich schnell bezahlt. Ein Unternehmen, das sich die Möglichkeiten des Internet konsequent erschlossen und deshalb Ende 2002 den Internetpreis des Deutschen Handwerks gewonnen hat, ist der Flötenbauer Mollenhauer aus Fulda.

“Das Internet hat sich zum echten Umsatzbringer entwickelt”, erklärt der technische Geschäftsführer Jo Kunath. Seit dem Internetpreis seien die Umsätze um etwa 30 Prozent gestiegen, als einziger deutscher Instrumentenbauer wachse Mollenhauer noch. Allein im März hatten die Seiten 60.000 Besucher. Das Unternehmen investiert einen sechsstelligen Betrag pro Jahr in den Web-Auftritt, zwei Mitarbeiterinnen kümmern sich ausschließlich um die Gestaltung der Seiten. Trotz der hohen Kosten sieht Kunath die professionelle Homepage als richtigen Weg: “Wir erreichen so viele Kunden, wie wir niemals über Postsendungen oder Werbung in Zeitschriften erreichen könnten.” (Angela Schiller, dpa) / (ola/c’t)

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