Kundeninteresse an interaktiven Diensten im Jahr 2007 – Das SAFARI-Prinzip

Ibrahim Evsan, Gründer von Sevenload hat sich in seinem privaten Blog Gedanken zum Kundeninteresse an interaktiven Diensten im Jahr 2007 gemacht und dazu eine These – das SAFARI-Prinzip – aufgestellt:

SAFARI ist Zukunft
Die Kombination sämtlicher einzelner Bestandteile wird die Zukunft sein. Ich bin mir sicher, dass nur die Dienstleister aus dem Wettbewerb als Sieger hervorgehen werden, die offen für diese Vorschläge sind. In der nahen Zukunft wird sich diese Reise des Kunden aufzeigen – die eigene SAFARI für jedermann mit den technischen Möglichkeiten von heute wird beispiellos für die Fortführung von Web 2.0 sein.

Als Grafik aufbearbeitet sieht das Ganze dann so aus:

Grundgedanke dabei ist der Umstand, dass sich im Web eine Art Evolutionsspruch vollzogen hat. Viele nennen es Web 2.0, andere freuen sich einfach über die neuen Möglichkeiten. In meinen Augen ist vor allem die schnelle Verbreitung von Hochgeschwindigkeitsinternet aka DSL dafür verantwortlich, dass einer breiten Masse digitale Inhalte im Web zugänglich wurden.

Was jedoch will der Kunde als Nutzer dieser zahlreichen Dienstleistungen und welches Interesse verfolgt er? Die Möglichkeiten sind vielfältig, und das Kundeninteresse an interaktiven Diensten möchte ich hiermit durch mein SAFARI Prinzip für das kommende Jahr 2007 aufzeigen.

Ibo versuch mit SAFARI zu erklären, wie sich das Web im nächsten Jahr weiterentwickeln wird. Ein Eckpfeiler sind hierbei die Social Networks, die virtuelle Beziehungen zu anderen Nutzern online abbilden. Der nächste Punkt sind Access Stations – das Internet wird über Handy, PDA, Smartphone und andere mobile Endgeräte überall darstellbar und durch Technologien wir UMTS, WiFi (z.B. FON) und in Zukunft auch WiMAX, nutzbar. Fun & Games sind Usermagneten, der Nutzer verlangt vor allem Unterhaltung vom Internet. Im Bereich Entertainment geht es dabei hauptsächlich um Spiele und Videos. Second Life und World of Warcraft zeigen schon jetzt, wie erfolgreich diese Interaktiven Games sind. Der A-Content wird von Nutzern sowie Medienhäusern bereitgestellt. Diverse Lizenzierungsmodelle werden eingesetzt. Ein weiterer Punkt sind Reality Shows; Was im Fernsehen in den letzten Jahren Erfolg hatte, weitet sich im Internet noch einmal richtig aus. Nun ist jeder ein Star – Videoblogger haben ihre eigenen Serien und eigenen Formate. Das Angebot wird erweitert, ist digitalisiert und personalisiert. Infoservices bilden die Knotenpunkte im Web 2007. APIs dienen als Schnittstellen zwischen den einzelnen Diensten, ermöglichen Mashups und dadurch neue Funktionen. Inhalte werden wie wild miteinander verknüpft um einen Mehrwert zu erzielen.

Einige Punkte, die dabei etwas zu kurz kommen, möchte ich noch anfügen:

Die Qualität der Inhalte wird ansteigen, da immer bessere Technologien zur Vernetzung bereitstehen. Dies sind neben besseren Komprimierungsalgorithmen eben auch höhere Bandbreiten bei den Usern. Die inhaltliche Qualität wird dabei allerdings ein breiteres Spektrum bilden, da neben nahrhafter Kost auch viel Fastfood produziert werden wird. Auch die Preise für Storage im Web fallen weiter und werden dafür sorgen, dass das Web als Speichermedium aller Daten auch für den normalen Internetnutzer an Bedeutung gewinnt.

Semantische Suchtechniken, Mikroformate und andere Metainformationen werden neben den bekannten Techniken des Taggings an Bedeutung gewinnen. Google wird als Suchmaschine an Bedeutung verlieren, wenn es keine besseren Technologien einsetzt. Dafür werden Dienste wie Delicious zur einfachen Websuche genutzt werden, da eine große Userbase die Quintessenz der nützlichen Links im Web filtert.

Werbung wird ein sehr großes Thema sein 2007. Neben neuen Werbemöglichkeiten werden warscheinlich professionelle Werbenetzwerke entstehen, die beispielsweise Bloggern bei der Vermarktung ihres Blogs helfen werden. Auch multimediale Inhalte wie Videos und Podcasts werden durch Werbung zur Einnahmequelle werden.

User generated Content, also die Inhalte, die vom Nutzer generiert werden, gewinnen zunehmend an Bedeutung. Citizen Journalism, Texte die der Nutzer verfasst, Videos und Audiofiles die der Nutzer erstellt oder auch einfach Userprofile der Anwender werden von Dienstleistern monetarisiert werden. Allerdings dürfte zu AAL (andere arbeiten lassen) auch AVL (andere (mit)verdienen lassen) hinzukommen, denn jemanden für sich arbeiten lassen reicht als USP in Zukunft wohl nicht mehr aus, der User möchte an den Einnahmen beteiligt werden. 😉

Onlineapplikationen werden die Bürokommunikation und andere Desktopsoftware ablösen. Das Server-Terminal-Prinzip feiert ein Revival. Thin Clients benötigen lediglich ein schlankes Betriebssystem und einen Browser, die Applikationen und Daten liegen auf einem Server im Unternehmensnetzwerk oder Internet.

Kollaboration wird durch neue Technologien besser unterstützt: Man arbeitet zusammen an einem Dokument, das zentral auf einem Server gespeichert ist, während man sich per VoIP über das Projekt unterhält. Dokumentation und Wissensmanagement werden mit Wikis realisiert, die Versionkontrolle dient der Dokumentation der Mitarbeiteraktivität. Im Mitarbeiterblog werden aktuelle Geschehnisse festgehalten, die Unternehmen setzen Agenturen ein, die das Mitteilungsbedürfnis der Mitarbeiter steuert. Ein Corporate Blog dient als Aushängeschild, die Aufgaben der PR werden damit erweitert.

Statt Betriebssystemübergreifend zu programmieren wird man versuchen Browserübergreifend zu Programmieren. Eigene Betriebssysteme im Browser erweitern personalisierte Startseiten im Web. Es wird an neuen Standarts gearbeitet, die die Onlineapplikationen immer ähnlicher den Desktopapplikationen machen.

Informationen zu Smartphones und Tablets gibt es auf Smartphonebericht.de.

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