“Killerspiele” sollen verboten werden

by Andreas Dittes on 18. November 2005 · 3 comments

Ich will jetzt nicht andeuten, dass das nur eine Idee der CDU sein kann, oh nein… Aber es ist so!
Nun bekannte sich auch öffentlich Maria Böhmer von der eben genannten Partei zu den im Koalitionsvertrag ab Seite 106 angedeuteten Veränderungen hinsichtlich der Medienzensur zum Schutz Jugendlicher. (“Jugend für Toleranz und Demokratie”)

Böhmer hebt darauf ab, dass sich durch entsprechende Gewaltdarstellungen die Hemmschwelle im alltäglichen Umgang miteinander verschieben könne, was möglicherweise zu einer Abstumpfung und zur Toleranz von Gewalt im ganz alltäglichen Umgang führe. Diese Entwicklungen müsse man im Blick haben, nicht nur die spektakulären und schrecklichen Einzelfälle, so Böhmer in dem Interview.

(Golem)

Im Blog von Marc Redmann wird dazu richtig hinzugefügt:

Ist ja interessant, Frau Böhmer befürchtet also dass durch sogenannte “Killerspiele” die Hemmschwelle sinkt. Was sie dabei in ihrer Engstirnigkeit (wahrscheinlich absichtlich) ausser Acht lässt, ist die Menge an Gewaltdarstellungen, die tagtäglich in den Fernsehnachrichten auf uns alle (also auch auf die Minderjährigen, die sie ja angeblich schützen will) einströmt. Folglich müsste sie also auch ein Verbot von Gewaltdarstellungen in Fernsehnachrichten fordern.

Und “Jens” trifft es passend in einem Kommentar:

Wer dies zynisch findet, sollte vielleicht erst einmal fragen, qui bono! Denn diese neuerlich angezettelte Diskussion lenkt doch von den eigentlichen Problemen sehr schön ab.

Recht hat er! Denn was bringt es uns, wenn alle Jugendlichen jetzt ganz lieb und nett sind und trotzdem KEINE Arbeit/Ausbildung haben? Nichts.
Ich vermute ja, dass sich junge Menschen, die berufliche Perspektiven haben, gar nicht auf die Idee kämen, sich durch “Gewaltspiele” manipulieren zu lassen. Wie sieht es eigentlich durch die manipulation durch die Politik aus (nur mal so am Rande bemerkt?). Sollten wir jetzt auch Politik verbieten?

Und noch etwas: Wenn Gewaltspiele auf dem Papier verboten sind heisst das noch lange nicht, dass sie nicht gespielt werden. Damit sorgt man nur dafür, dass keine Möglichkeiten zur Kontrolle mehr bestehen. Denn wenn 80% der Jugendlichen mp3′s aus dem Internet ziehen können, wie schwer wird es da sein, sich ein komplettes Spiel zu organisieren?

Schaden tuts im Endeffekt nur denen, die sich nicht mit der Materie auskennen: die Politiker.

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Liberale Stimme Online
21. November 2005 um 04:45

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1 Sarah Pfennig 23. Januar 2007 um 14:52

Sehr geehrte Damen und Herren,

meiner Meinung nach sollten solche Gewaltspiele generell verboten werden, da sie gerade für Jugendliche sehr süchtig machen können und somit ihre Familie, Freunde und die Schule vernachlässigen, indem sie den ganzen Tag, mit schmerzenden Augen vor den Computern sitzen. Kleinere Kinder uns Jugendliche verlassen um so früher die Realität und dringen sich selbst in eine wirtuelle Computerwelt ein, wo sie meist die Realität mit der Computerwelt verwechseln, wie man esoft in den Nachrichten hört, das immer mehr Jugendlichen zu kriminellen Taten fähig werden, weil sie sich selbst nich mehr unter der Kontrolle haben und das hängt auch durch solche Gewaltspiele zusammen. Ammokläufer z.B. waren oft Einzelgänger, die nur noch vor dem Computer saßen und somit erst auf solche kranken Ideen kamen, unschuldige menschen zu erschießen, weil sie sich selbst nicht mehr unter kontrolle hatten. Aus diesen Gründen bin ich für das VERBOT von GEWALTSPIELEN!!

Mit freundlichen Grüßen

Sarah Pf.

2 Denis Kopp 18. Juni 2009 um 00:01

Liebe Frau Pfenning,

ich kann und will nicht ihre Meinung teilen, “Killerspiele” generell zu Verbieten. Nur weil ein Jugendlicher Einzelgänger ist, muss er durch den Konsum von “Killerspielen” lange nicht zum Amokläufer werden. Es mag stimmen, dass solche Spiele einen Jugendlichen beeinflussen, jedoch ensteht das Motiv einer solchen Tat wie der eines Amoklaufes durch soziale Isolation, Mobbing, falsches Verhalten seitens der Eltern und/oder Lehrer, keine Zukunftsperspektive. Jugendliche, die sich in eine virtuelle Welt flüchten, tun das doch nicht ohne Grund, sondern es muss was im realen Leben schieflaufen. “Killerspiele” sind vielleicht der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, aber die vielen Liter, die das Fass bis zum Rand füllen sind die eben oben gennanten: soziale Isolation, Mobbing, Fehlverhalten der eltern und/oder Lehrer, keine Zukunftsperspektive. Ausserdem stellen solche Spiele für viele geistig gesunde Erwachsene und Jugendliche eine Freizeitbeschäftigung dar. Millionen Deutsche spielen so etwas mindestens einmal pro Woche und laufen nicht Amok. Die einzigen, die unter einem solchen Verbot leiden, sind die Computerspieleindustrie in Deutschland und die Politiker. Österreich wird eine menge Geld machen und der Umsatz illegal im Internet erworbener Spiele wird steigen. Daher frage ich sie: Will man so ein Verbot einfach durchsetzen ohne groß darüber Nachzudenken ? Klar wäre es eine einfache Methode anstatt aufwändige Kampagnen führen, die das soziale Bewusstsein der Bevölkerung stärken sollen. Wenn das so weiter geht, endet das in Deutschland wie anno 1933.

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