Meinungsmacher im Web 2.0

by Andreas Dittes on 15. November 2006 · 18 comments

Die ganze Geschichten mit dem und über das StudiVZ, die in den letzten Tagen in der Blogosphäre die Runde machten, haben gezeigt, wie mächtig Blogs doch eigentlich sind.
Denn nicht nur jede menge Blogger, auch Heise, die Welt und die Frankfurter Rundschau haben darüber berichtet. Ja, auch ich habe sehr viele Posts dazu verfasst.

Wichtig finde ich in diesem Zusammenhang, dass man sich als Blogger der Macht bewusst wird und mit dieser sorgsam umgeht. Ein Blogger sticht bei der ganzen Geschichte hervor, ihm verdanken wir auch sehr viele der Details, auf die wir sonst vielleicht noch lange hätten warten müssen: Es ist DonAlphonso.

Der Blog von DonAlphonso, die “Rebellen ohne Markt”, sind mir vor langer Zeit aufgefallen, weil alle Artikel unter einem Pseudonym geschrieben werden und man auch im Impressum außer einer nichtssagenden E-Mailadresse keine Kontaktdaten finden konnte:

Da das hier nur eine Art halböffentlicher Notizblock eines Autors beim Nachdenken ist, ist für mich keine presserechtliche oder gar meinungsbildende Relavanz dieser Site erkennbar. Die für das Presserecht relevanten Impressumsdaten können nur aus wichtigem Grund unter folgender E-Mail-Adresse erfragt werden:

Die wirklich interessanten Artikel sind allerdings auf einem anderen Weblog zu finden und zwar auf Blogbar, dem Blog zum Buch “Blogs!“, in dessen Impressum allerdings auch nur der zweite Autor des Buches, Kai Pahl, auftaucht.

Die Blogeinträge sind alle sehr direkt formuliert und sparen nicht mit Kritik am StudiVZ und vor allem an dessen Günder Ehssan Dariani, die allerdings sicher auch nötig war/ist. Ich möchte hier nur ein Zitat anfügen, da es mich ein bisschen an Godwin’s Law erinnert hat:

Wobei ich ja eher glaube, dass da ein ziemlich abseitig humorbegabter Kerl einfach verucht, die Schatten seiner nicht wirklich ruhmvollen Vergangenheit so loszuwerden, wie gewisse Leute 1945 versucht haben, Orden und anderen braunen Krempel an die Soldaten der Alliierten zu verticken.

Jedenfalls habe ich nach einigen Artikeln und Kommentaren von DonAlphonso, der mir richtigem Namen übrigens Rainer Meyer heißt, etwas den Eindruck gewonnen, dass er absichtlich “etwas forscher” schreibt. Ich denke nicht, dass es daran liegt, dass DonAlphonso mit Matthias Spieß kleine Differenzen die Plattform DotComTod betreffend, hatte. Denn Matthias Spieß ist zufälligerweise auch einer der Investoren des StudiVZ, sprich die Person, die mit Lukasz Gadowski (Matthias und Lukasz sind Gründer von Spreadshirt, der Praktikumsfirma von Ehssan) das erste Geld (je 5000€?) in das “social network” für Studenten investierte.

Viel mehr glaube ich, dass es einfach die Ausdrucksweise von DonAlphonso eine andere ist. Eben so wie Ehssan Dariani ein anderes Verständnis von Humor hat. Vielleicht liegt es einfach daran, dass sie beiden sich viel ähnlicher sind, als man vermuten würde.

Aber ich will nichts mutmaßen und schon gar nicht diffamieren. Allerdings bin ich wohl nicht der einzigste, dem die “besondere” Art von DonAlphonso (der Name gefällt mir mittlerweile schon fast besser als der echte) schon aufgefallen ist. Ich darf z.B. meinen sehr geschätzen Bloggerkollegen Robert Basic zitieren, der einmal einen Artikel über DonAlphonso verfasst hat (ich seh gerade, dass da auch “Meinungsmacher” im Titel vorkam. Habs nicht geklaut, ehrlich!):

Zu 99.99% kennt man ihn als scharfzüngigen, engagierten und kritischen Blogger. Der gerne über Kommerzbestrebungen im Web-Bereich (egal ob Blogs oder was auch immer) schreibt und bei Missfallen an den Pranger stellt. Er könnte ein blendender Kritiker sein, den man als ernsthaften Gesprächspartner schätzt. Wenn das Wort wenn nicht wäre. Aufgrund seiner Art zu Schreiben, zerschießt er sich jegliche Möglichkeiten, überhaupt noch Einfluss auf bestimmte Entwicklungen zu nehmen, weil er schlichtweg immer weniger ernst genommen wird. Man liest ihn gerne, weil seine Inhalte durchaus Hand und Fuß haben, doch es ist der Stil, der dann alles verdirbt. Ich habe kA, ob das seine Absicht ist, ob er sich dessen bewusst ist oder ob er überhaupt Wert darauf legt, als Gesprächspartner respektiert zu werden.

Auch Felix Schwenzel’s Urlaubsvertretung Stefan Niggemeier weiß so einiges zu berichten über Don. Da ich allerings kein Vollzitat machen möchte (welches nötig wäre), lest bitte selbst über Turi und Fonsi. Turi? Achja, der meldet sich natürlich auch zu Thema, aber wie Stefan schon schreibt scheint es zwischen den zwei eh etwas “ausgelassener” zuzugehen (in dem Post kommen übrigens auch wirklich sehr viele interessante Kommentare vor, kann man gerne mal schmökern):

Meyer, Rainer: Manche halten ihn für den Paten der Weblogs, andere sehen ihn ihm eher einen Troll und Taugenichts: Rainer Meyer polarisiert, denn er hat schon alles und jeden angepinkelt, der im Web versucht hat, ein Geschäft aufzuziehen. Es gibt wahrscheinlich genauso viele Fans, die sich über Meyers wortgewaltige und unversöhnliche Tiraden amüsieren, wie Opfer, die darunter ernsthaft leiden.

Von Peter Turi, stammt übrigens auch ein Beitrag zu Linkbait. Was das ist und was der Beitrag davor damit zu tun hat, kann man hier nachlesen. Eine klare Ausdrucksweise findet man allerdings auch immer wieder in den Kommentaren von Blogbar.

DonAlphonso, ich finde es wirklich gut, wie direkt du dich auf den Blogs ausdrückst und ich verstehe mittlerweile vielleicht auch, warum du unter einem Pseudonym schreibst. Ich bewundere, wie schnell du an die passenden Informationen kommst, wenn du über etwas schreibst. Auch vor der Arbeit auf DCT habe ich Hochachtung.
Allerdings bitte ich dich darum, etwas vorsichtiger mit deinen Formulierungen zu sein. Nicht nur in der Sache mit dem StudiVZ ist es mir aufgefallen, dass es sehr schnell auf eine Ebene geht, die gerade du als Journalist, also als Vollprofi, nicht betreten solltest.

Ich bin blutiger Amateur. Jung und ohne journalistisches Vorwissen. Aber ich lerne dazu; sei es durch Konflikte mit Firmen oder durch lesen anderer Blogs und Kommentare. Selbst bei mir wird allerdings (meist zurecht und glücklicherweise) kritisiert, wenn ich mich nicht korrekt verhalten habe. Ich versuche die Kritik zu verinnerlichen, dadurch besser zu werden. Gerade Leute wie du könnten ein großes Vorbild für mich sein und mein Stil und mich positiv beeinflussen.
Allerdings will ich nicht so schreiben wie du. Kritisch sicher, aufrüttelnd auf jeden Fall auch, aber nicht in einer Weise, die verletzend sein könnte auf einem persönlichen Niveau. Egal was jemand macht und gemacht hat, es ist immernoch ein Mensch der dahintersteht. Und Menschen sind nunmal unvollkommen.

Ich werde dich sicher nicht ändern können. Mir genügt es aber, wenn du diesen Artikel einmal liest und ein paar Minuten darüber nachdenkst.
Über einen Kommentar oder Feedback von dir würde ich mich selbstverständlich freuen. (Mein Impressum enthält alle wichtigen Daten)

Alle Posts über das StudiVZ lesen!

{ 18 comments… read them below or add one }

1 Don Alphonso 15. November 2006 um 04:30

Das ist das Spiel, das sind die Regeln, und nach meiner Zeit hatte ich zwei Jahre Zeit, das alles zu verarbeiten. Der Unterschied zu früher ist, dass es heute offen geschieht, aber wenn Du glaubst, dass es in dieser speziellen Wirtschaft intern anders zugeht, dann warst Du da noch nicht drinnen. Dariani ist am Ende. Es geht nur noch darum, ob er seinen Laden ins rettende Ziel bringt, oder ihn jemand vorher runterholt. Wenn ich es nicht täte, würden es seine Gesellschafter machen. Es bleibt ihnen gar nichts anderes übrig, Dariani ist mit seinen Naziwitzen und seinen das akzeptierenden Freunden bei der internationalen Expansion ein massives Bewertungsproblem. Zeig das Teil mal einer polnischen Zeitschrift, dann weisst Du, was denen ins Gesicht explodiert.

Wir hatten dafür einen Spezialausdruck: Dead Man Walking. Das Geschäft lebt von denen. Es ist ihr Spiel. Ich bin nur das Risiko, das an ihrem Kapital klebt.

Und nein, wir sind uns nicht ähnlich. Ich war mal einer von denen, aber das ist lange vorbei. Und selbst damals wäre ich keine zwei Wochen im Job gewesen, wenn ich mir solche Hammer geleistet hätte.

2 Andreas Dittes 15. November 2006 um 05:41

Erstmal vielen Dank für den schnellen Kommentar! Dass du dich als “Henker 2.0″ siehst würde natürlich auch erklären, dass du so schreibst wie du es eben tust…

Nein, aber mal im Ernst: Ich habe sehr wenig Ahnung davon, wie es als CEO eines Startups zugeht. Ok, ich kenne ein paar, aber ich war eben noch nie selbst einer. Wenn du schon in der Situation warst, dann kannst du sicher viel mehr dazu sagen als ich.

Sicher sind auch viele Sachen passiert, die einfach nicht so passieren dürfen. Aber ob es gut ist, mit allen Mitteln den Henker spielen zu müssen?
Würdest du dir nicht auch noch eine Chance wünschen, wenn du in der Position wärst? Du hast es ja scheinbar erlebt, kannst das also vielleicht nachfühlen, wie es den Verantwortlichen in Berlin gerade geht.

vielleicht bin ich da wirklich zu altmodisch, altruistisch oder weltfremd; aber ich denke nicht, dass man mit der einstellung erfolgreich sein kann.
ok, es ist wohl ein urinstinkt von uns männern, tendentiell stärker destruktiv zu sein (sagt auch guy kawasaki), aber wir haben uns doch als menschen so weiterentwickelt dass wir ein gewisses wertesystem aufbauen können und dadurch nicht dem instinkt unterliegen.

ich meine wem tust du eine gefallen damit? den gesellschaftern, weil sie das nicht tun müssen? dem startup, weil es dadurch besser wachsen kann? den usern, weil sie ehssan nicht mehr ertragen müssen? dir, weil es dein du so etwas gerne tust?
Ich verstehe es leider nicht wirklich. Gerade wenn du eine schwere Zeit hattest solltest du doch eher Tipps verteilen, wie man so eine Antikommunikation verhindert, das StudiVZ vielleicht sogar beraten in den Punkten.

Mir kann es eigentlich relativ egal sein, was ihr beiden da treibt. Ich werde mich einfach zurücklehnen und das Spiel aus der Ferne kommentieren.

Wenn du unbedingt Scharfrichter spielen willst oder musst, weil das deine “Berufung” oder whatever ist: Viel Spaß & Erfolg dabei, bist aus meiner persönlichen Liste der möglichen Vorbildblogger allerdings gestrichen…

3 Vroni 15. November 2006 um 07:40

Andreas,
ich frage mich, wer hier der Idealist ist: Alfonso oder doch eher du :-)

Heutzutage ist es so, dass man jemandem – oder einer Organisation – schon kräftigst auf die Füße latschen und kräftigst weh tun muss, bis mal reagiert und verändert wird. Dazu gehören auch gezielte persönliche Watschn. Das schafft man nicht überall mit differenziert und gewählt klingenden Worten und vornehmen Taten. Das ist das Problem des Klima-Protokolls, das ist das Problem der Vereinigten Nationen, alles zahnlose Tiger. Ob in den Medien oder auch manchmal im privaten Kreis. Jo, auch privat, so weit ist es schon gekommen (aber nur bei den groben Klötzen).

Ich sehe es so: man muss mit den Methoden arbeiten, die von den Angepeilten verstanden werden. Und solche wie Ehssan und seine Jambalaia-Hintermänner halte ich für schmerzbefreit in einer merkbefreiten Zeit.

Das Motiv von Don ergibt sich mir daraus:
Nicht ducken, sondern den Halbtauben klar, laut und vehement sagen, was gesellschaftlich und in den Medien oberfaul ist. Zur Not zwei- oder dreimal. Ist aber keine deutsche Spezialität, Deutsche sind entweder feige oder/und räsonieren gescheit-analytisch aber farblos herum. Gleichgeschaltete, duckende Medien hatten wir schon mal, vorsichtiges Rumlavieren hatten wir schon mal.

Die New New Economy mit ihren Gschaftlhubereyen,Tricks und raffgierigen, dummdreisten Emporkömmlingen ist nur das kräftigste Zeichen für die wieder zunehmende Verdorbenheit im gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereich. Das mit Verve und Wortgewalt anzugreifen, ist verdienstvoll, auch wenn mal ein bayerischer Ausrutscher dabei ist. Auch wenn er von dir aus der Liste der möglichen Vorbildblogger gestrichen wird :-)

4 Don Alphonso 15. November 2006 um 08:25

Tipps für Raffzähne, die die Daten ihrer User an eine Datenkrake namens Facebook verscherbeln wollen? Sonst noch was? Wach auf, Mann, das sind keine netten Onkels, die wollen das Teil so schnell wie möglich zu Geld machen und freuen sich über jeden, der auf ihre Masche reinfällt. StudiVZ geht an Facebook, nicht in Jahren, sondern sehr, sehr bald. Dafür wollen sie Ruhe. Sie haben jede nur erdenkliche Scheisse gemacht, und wenn Du Scheisse baust, zahlst Du.

Henker? Keine Sorge, das besorgen die anderen. ich informiere nur. Merk Dir das für Dein Leben: Ein CEO, der Dich als Kunde einmal öffentlich anlügt, ist kein Mensch, mit dem Du Geschäfte machen sollst. Du kannst mir glauben, oder Du lernst das auf die harte Tour. Mit jeder Lüge, die Du denen durchgehen lässt, hilfst Du denen und wirst zum Komplizen. Ich glaube nicht an Weiss und schwarz, aber an die Schattierungen im Dunkelgrau. Und wenn Du denkst, ich wäre brutal – dann weisst Du nicht, was ich von 1998 bis 2002 war.

5 Jens 15. November 2006 um 10:51

Nochmal eine Chance geben? Wie viele Chancen hatte Ehssan denn? Aber anstatt sie zu nutzen hat er gedacht es würde schon nicht so schlimm werden und jetzt hat er den Salat. Und daran ist nur er selbst ganz alleine schuld. Erstens weil er diese unsägliche Einladung verfasst hat und zweitens weil er nicht Mann genug war seine Entschuldigung eine Woche früher zu verfassen.
Sorry aber in diesem Fall ist nur er ganz alleine die Person die man in Frage stellen muss.

6 Andreas Dittes 15. November 2006 um 14:08

@vroni: danke, hat etwas licht ins dunkel gebracht. :)

@don: “Wenn ich es nicht täte, würden es seine Gesellschafter machen.” = henker, oder? ;)

und: sind deiner meinung nach alle so? ich meine dass jeder mit so einre plattform geldverdienen will, ist klar… aber ich kann mich als user ja nirgends mehr anmelden, wenn hinter jedem projekt nur solche “dunkelgrauen” stehen…

da bin ich wohl zu blauäugig dafür…

@jens: volle zustimmung. aber du sagst selbst: “in frage stellen” und nicht “bekämpfen” oder so… ;)

7 Don Alphonso 15. November 2006 um 19:52

Nochmal, VC hat mit normaler Wirtschaft so viel zu tun wie eine F-16 mit einem Flyer der Gebrüder Wright. VC bedeutet Firmen aufbauen, deren Wachstum und Wertschöpfung um den Faktor 10 bis 100 über dem normalen einer Volkswirtschaft liegt. Mit allen Skalierungsproblemen in Zeitraffer. Das System vergibt absolut keine Fehler. Wenn an der Spitze einer Scheisse baut ist das so wie das Höhenruder bei Mach2 verreissen. Lieber den Piloten abschiessen als das Flugzeug verlieren. Die Jungs kommen schon auf dem letzten Loch daher, und bevor sie eine Gefahr für Holtzbrinck werden, wird man sie entsorgen. Facebook wäre dumm, wen sie jetzt kaufen würden, StudiVZ geht bewertungstechnisch in den Sturzflug, da ist also noch Zeit für weitere Fehler und Panik.

8 Andreas Dittes 15. November 2006 um 20:30

…hm, aber wenn das höhenruder gerissen ist, dann kanns doch nur noch ne bruchlandung werden, oder? und dann verkauft man lieber unter wert, als dass man alles verliert.
und sicher werden die investoren eingreifen, wenn es ernst wird.

aber das mit den kaufgerüchten verstehe ich noch nicht. ok, dass die jungs in den staaten waren weiß ich auch, dass man sich vielleicht getroffen hat ist auch warscheinlich. aber meinst du, dass facebook genug bieten kann; immerhin sagst du ja, dass die leute da geldgeil sind. johnny hat 100mio geschätzt, ich denke auch, dass da unter 50mio atm nichts geht. (wobei ja jetzt der kaufpreis billiger wird)

bekommst du provision für das externe herunterhandeln? ;)

nein, ich denke einfach, dass da andere unternehmen ein viel größeres interesse haben könnten als facebook. aber lassen wir uns mal überraschen. und eine neue kleine story habe ich gerade gehört, werde das vll gleich noch bloggen…

9 ix 15. November 2006 um 21:28

kleien korrekturandreas. den artikel auf wirres.net habe nicht iux geschrieben, sondern meine urlaubsvertretung stefan niggemeier.

10 Andreas Dittes 15. November 2006 um 22:03

oh! sorry, ix. werde das sofort korrigieren. danke! :)

11 pinto 15. November 2006 um 23:40

Hallo, ihr Experten.

Ich würde euch als Außenstehender (und in solchen Sachen völlig Unbedarfter) gerne mal eine Frage stellen: Für was zahlt man da bei dieser Übernahme so viel Geld??? Als Investor gibt man Millionen doch nur, wenn man sich (berechtigte) Hoffnungen, den Betrag und noch viel mehr wieder rauszubekommen. Ich frag mich nur: Wie verdient man damit Geld? Mir fällt nur eine Möglichkeit ein, die des Datenverkaufs und das verneinen die VZ-Leute doch immer so hartnäckig..? Danke und Gruß.

12 Andreas Dittes 16. November 2006 um 00:01

@pinto: myspace ist hochprofitabel, weil sie neben dem exklusivwerbevertrag mit google für 900mio usd jeden tag so um die 800000 USD an werbeeinnahmen haben. ein klick auf eine anzeige bringt im schnitt so 15ct für den werbetreibenden. 1-3% der besucher klicken die werbung. und nun kannst du es dir selbst ausrechen, was das studivz mit ein bisschen gut plazierter werbung verdient. vorteil: die zielgruppe ist fest definiert, man kann also wirklich zielgerichtet werben.

den verkauf der userdaten hate ich für unwarscheinlich, zumindest in klassischem sinne. dass das ganze projekt verkauft wird, ist aber sicher eine option. vergleiche: die software von youtube ist sicher nur ein paar zehntausend dollar wert, die große userbase und der conent allerdings für google $1,65mrd.

die leute beim studivz müssen das verneinen, weil sie sich sonst strafbar machen könnten, denn es gelten gewisse datenschutzgesetze in deutschland. auch wenn man versucht durch die agbs spielraum zu gewinnen.

13 jo 16. November 2006 um 21:11

3% CTR? “fest definierte Zielgruppe”? Andreas, bleib bitte ernst ,)

Warum deine Modellrechnung kein Geschäftsmodell für das StudiVZ ist, hat Vroni vorhin beiläufig an der Blogbar in einem Kommentar erklärt.

14 strappato 16. November 2006 um 21:12

Don vergleicht VC mit einer F16. Aber nicht nur dort ist das business rauh. In dem Bereich, in dem ich berufsmässig Einblick habe, wird auch mit allen Mitteln gefochten – auch am Rande des ethischen oder rechtlichen erträglichen. Ist halt nicht alles so ruhig wie beim shopblogger.

Wer in solchen Branchen in verantwortlicher Position tätig ist, verdient wenig Verständnis und selten Mitleid. Man sollte es aucht nicht von ihnen erwarten. Hier werden Grundwerte unserer Gesellschaft und Wirtschaft mit den Füssen getreten. Sich dagegen zu wehren und Missstände offen anzusprechen, ist nicht hoch genug zu bewerten. Aber wie Vroni schon anmerkte, scheint das in Deutschland nicht sehr populär zu sein, weder bei den Journalisten noch bei den Rezipienten. Whistleblower werden in den USA sogar vom Gesetz geschützt, in Deutschland sind sie gesellschaftlich und beruflich erledigt.

Vorbild? Ich würde niemanden raten, Don sich als Vorbild zu nehmen. So agieren kann man nur, wenn man in einem hohen Masse unabhängig und sich der Sache sicher ist. Jeder, der noch vor hat, sich irgendwo irgendwann zu bewerben, – oder das Internetbusiness als berufliche Zukunft sieht – sollte in der (Internet)Öffentlichkeit vorsichtig sein. Im übrigen nützt da auch kein Pseudonym – wenn die Aufdeckung das Leben ruiniert war dies die Sache selten wert.

15 Dr. Frank Huber 17. November 2006 um 10:59

Das Don hier überhaupt ein Gesprächsthema ist, ist wirklich traurig. Dieser Krawallmacher schadet nicht nur dem Verstand, sondern auch der Blogkultur!

16 Fabian 17. November 2006 um 17:51

Manche hier sprechen mir aus dem Herzen. Wer Don Alphonso mal erlebt hat, weiß, dass er polarisiert. Und das gern. Und sich als einzig Gerechten und Wissenden unter der Sonne gibt. Ja, dass er gern den Henker für StudiVZ macht, denke ich auch.

17 Nadel 19. November 2006 um 06:17

Gerade zugeskyped bekommen:

http://www.flickr.com/photos/52937120@N00/

Alfons, jetzt bist Du wohl bald “am Ende”?

18 AlexG 20. November 2006 um 20:16

Ich denke, gerade die Polarisierer zeigen den Gleichgeschalteten die vorhandenen Pole auf. Sicherlich ist der gewählte Ton und Stil nicht immer geschickt und bewusst auf Nichteinigung aus. Aber mal ehrlich, würden sich irgendeine eine Sau dafür interessieren, wenn es hier um Blümchenpostings gehen würde. Neee.

und zu StudiVZ ist eigentlich alles gesagt.

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