
Wieder mal streiten sich die USA und der Rest der Welt um die Kontrolle des Internets. Da die Vereinigten Staaten sich ja ohnehin schon als Weltpolizei sehen, liegt es doch nahe, auch weiterhin die Kontrolle über das Internet behalten zu dürfen.
Dabei geht es um die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN), die zentrale Verwaltungsstelle des Internets.
Auf dem Weltgipfel zur Informationsgesellschaft “WSIS” in Tunis wurde bereits über die zukünftige Rolle der Netzverwaltung “Internet Corporation for Assigned Names and Numbers” (ICANN) entschieden. Die Kontrolle bleibt weiterhin bei den USA, allerdings wird der ICANN ein internationales Forum mit Beratungsfunktion zur Seite gestellt.
(Golem)
Der Kompromiss von Tunis sieht nach Diplomatenangaben ein zweigleisiges Vorgehen vor: Zum einen soll ein regierungsübergreifendes Forum geschaffen werden, in dem alle Internet-Fragen erörtert werden sollen – so etwa Netzkriminalität, Computerviren und Spam. In einer zweiten, zeitlich unbegrenzten Gesprächsrunde sollen Vertreter des privaten und des öffentlichen Sektors in Fragen des öffentlichen Interesses zusammenarbeiten. Die Non-Profit-Organisation ICANN soll den Angaben zufolge fortbestehen.
(Zeit)
Doch schon vor dem Gipfel eskaliert nun ein Streit, der das hehre, mühevoll vorbereitete Programm – zum Beispiel einen Fonds für digitale Solidarität – in den Hintergrund zu schieben droht. Es geht bei dem Treffen, zu dem 12.000 Teilnehmer aus 50 Staaten erwartet werden, mittlerweile beinhart um Macht und Einfluss in dem scheinbar so demokratischen Datennetz.