1 Million Studis glücklich vernetzt im StudiVZ und dennoch nichts zu lachen: Nachdem Mike Schnoor schon seine 10 Accounts abzieht und an der Zahl zweifelt, wünscht sich Peter Turi “ein neues Verhältnis [...] zur Wahrheit” von Ehssan Dariani. Jörg-Olaf Schäfers sieht im neuesten Blogeintrag des StudiVZ-Gründers, “Essay: Vom “Völkischer Beobachter” und dem Versagen der Deutschen in Umgang mit ihrer Vergangenheit, ihrer Identität und folglich mit der Integration“, lediglich ein “Zeugnis offensiv kommunizierter Realitätsverdrängung“.
Ich muss zugeben, dass mir auch überhaupt nicht gefällt, was da in letzter Zeit ans Tageslicht befördert wird. Allerdings habe ich den Eindruck, dass einige einfach Spaß daran gefunden haben, “draufzuhauen”; Denn ob Ehssan Dariani nun etwas ungeschickt im Umgang mit Frauen ist, davon hängt doch jetzt nicht ab, wie gut er als CEO ist. Daher kann ich nur die Aussagen von Jens unterstützen, der sich auf das Wesentliche konzentriert:
Bis dato konnte keine der erhobenen Anschuldigungen (Problematische AGBs, ausländische Briefkastenfirmen, Spaming, Veränderung von Wikipedia Einträgen) durch StudiVZ entkräftet werden.
Offensichtlich verfolgt man eine Strategie des aussitzens. Was die Anschuldigungen an einen der Gründer angeht kommt dazu noch der Versuch des säuberns von unangenehmen Spuren (Fotos und Videos).
Robert Basic fordert: “Poste das Bild“; und das würde ich an der Stelle von Ehssan jetzt auch tun, denn wirklich schlimmer werden kann die Situation jetzt wohl eh nicht mehr.
Zeit für offene aber auch faire Kommunikation?
Diese wünsche ich mir jedenfalls vom StudiVZ, die sich doch bitte mal etwas mehr anstrengen sollten und nicht einfach alle Kritik in dementieren. Allerdings wünsche ich mir das auch von den Bloggerkollegen, denn das einzigste, was der ganze Trubel bisher bewirkt hat, ist eine wahnsinnige Steigerung der Bekanntheit vom StudiVZ und nicht etwa eine Verbesserung der Situation für die User des social networks:

Amen.
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Hallo Andreas,
es stimmt natürlich, dass Darianis Frauengeschichten niemanden was angehen, diese dann derart ans Tageslicht zu befördern ist auch nicht die feine Art, aber wenn ich mich nicht täusche sind die unter seinem Namen bei youtube z.T. frei zugänglich.
Viel schlimmer wiegen da die anderen Skandale, wie SPAM, Verwicklungen mit Parship, voelkischer-beobachter.de etc. In den letzten 2 Wochen hat das VZ sich sehr gut ins Abseits manövriert, langsam checken das auch die traditionellen Medien. Das Ehssan das im neuen Blogeintrag wieder dementiert, finde ich lachhaft.
Andreas, ob einige Blogger wirklich Spaß daran gefunden haben “draufzuhauen”, möchte ich nicht beurteilen. Teilweise kann man den Eindruck durchaus bekommen, letztendlich dürften die Motivationen aber recht unterschiedlich sein. Hier mit Vorverurteilungen und Pauschalisierungen zu arbeiten, scheint mir ebenso unangemessen, wie es auch im Fall von E. Dariani ist.
Von Technorati auf die Bekanntheit des StudiVZ oder gar einen Werbewert zu abstrahieren, macht allerdings kaum Sinn.
Das StudiVZ als Netzwerk sollte inzwischen eigentlich jedem Studenten in Deutschland bekannt sein, dafür braucht es keine Blogs.
Wenn allerdings ein paar Dutzend Blogartikel (mehr sind es ja nicht) dazu beitragen können, dass sich die Nutzer etwas intensiver mit einer Plattform beschäftigen, der sie private Daten anvertrauen, kann ich an dieser Form der Popularität nichts Schlechtes finden.
Dazu gehört imo auch das Verhalten seines Gründers in der (Web-)Öffentlichkeit.
@michael: volle zustimmung!
@jo: ich finde es gut, dass du wirkliche kritik übst. eigentlich sollte das dem studivz auch helfen, sich zu verbessern, was die pr betrifft. leider hat sich da bisher nur minimal was getan, wie wir nach dem letzten beitrag von ehssan dariani sehen konnten.
nunja, ich sehe uns blogger zumindest bei diesem thema als vorreiter: während wir das thema schon halb durch haben, beginnt sich mainstream-media erst zu räkeln.
technorati ist nur ein anhaltspunkt und soll nur die tendenz zeigen. dass das studivz im moment im brennpunkt steht, ist dir sicher ja auch bewusst. und ich sehe die blogs eben als nährboden, von hier aus verbreiten sich die news dann eben auch in die restlichen medien.
so würde ich eine hohe aktivität bei technorati dahingehend deuten, dass auch die “presse” bald aktiver über das thema schreiben wird.
ich gaube auch, dass noch nicht jeder vom studivz wusste, denn meines wissens nach haben die neuregistrierungen nicht auf einmal stark abgenommen. es würde mich aber interessieren, wie sich die zahlen entwickelt haben, durch die massiven performanceprobleme dürften sich zumindest die zugriffszahlen stark geändert haben.
und wenn unsere artikel die leute aufgeklären und dazu beitragen sich intensiver mit der plattform zu beschäftigen und der datensicherheit im web im allgemeinen, dann haben wir unser ziel voll erfüllt, der ansicht bin ich natürlich auch.
Michael: Wir reden nicht über Dinge, die irgendwer aus einem verschlossenen Schreibtisch geklaut hat. D. hat die Clips selber veröffentlicht und im “Backstage-Blog” des StudiVZ beworben.
Es hat ihn auch niemand gezwungen, dieses peinliche Skype-Transcript zu veröffentlichen. Selbst die Webseite mit Partyeinladung im Stil der “Voelkischen Beobachters” stand weböffentlich im Netz und war mitnichten nicht nur einen kleinem Bekanntenkreis bekannt (Was es kaum besser machen würde).
Selbst die Partybilder, die nicht rechtzeitig gelöscht werden konnten und so manchen Einblick gewähren, wurden von jemandem aus Ds direktem Umfeld zur allgemeinen Belustigung allgemein zugänglich in Netz gestellt und passend “getaggt” (Schönes Beispiel übrigens, wie diese Unsitte regelmäßig Dritte betrifft).
Das alles ist als kulturelles Phänomen schonmal bemerkenswert und imo auch durchaus diskussionswürdig.
Es ist aber nicht nur deren Inhalt, sondern vor allem auch die bis heute kommunizierte Haltung, die mich ganz persönlich zweifeln lässt, ob D. überhaupt über die sozialen Antennen verfügt, die für ein Projekt wie das StudiVZ essentiell sind.
Und ja, genau das ist dann auch der Zusammenhang, in dem diese Geschichten ans Tageslicht gehören. Problem: Gerade bei diesem U-Bahn-Clip geschieht es auf Kosten zweier Opfer, die erkennbar nicht gefilmt oder damit wohl auch nicht im Internet veröffentlicht werden wollten.
Und nein, mich interessiert nicht, ob der Verantwortliche mit seiner “Insanity” oder angeblichem “Non-PC-Humor” kokettiert. Hier geht es um ganz basale ethische Aspekte, der scheinbar eine infantile Beliebigkeit entgegengesetzt wird.
@jo: genau! was glaubst du, wie sich die kiddies auf myspace in 5-10 jahren freuen werden, wenn ihr arbeitgeber einblick in deren vergangenheit hat?
wir machen das web. leider verstehen viele nicht, mit welchen konsequenzen. und auch die web-generation hat sicher noch einiges zu lernen, was dies betrifft.
aber wenn du den ubahn-clip erwähnst: die art, wie der durch die kritik hochgepusht wurde, hilft sicher nicht den zwei jungen frauen, weniger gesehen zu werden. das ist wie terror mit krieg zu bekämpfen.
ausserdem müsste man sich dann auch auf mehrere zehntausend videos im internet beziehen, auf denen einen ähnliche bedingung vorherrscht und diese mit der gleichen eifer ankreiden.
wichtig ist imho dein punkt mit den antennen: ein projekt wie das studivz sollte auf jeden fall über einen mitarbeiter verfügen, der sich um die pr kümmert. bisher konnte uns ehssan dariani nicht überzeugen, warten wir also ab, ob für den corporate blog und die restliche pr nicht vielleicht noch jemand anderes eingesetzt wird.
lehrreich ist die geschichte allemal und das sicher nicht nur für das studivz…
Sorry bei angeblich einer Million Usern haben die paar Postings im Technorati-Index höchstens ein paar Promille Bekanntheit beigetragen. Und die Verbesserung des Angebots liegt nun wirklich außerhalb der Möglichkeiten der Blogger.
Also zum Einfluss von Technorati und den paar Bloggern nur ein paar Gedanken:
Wenn ich mir die Blogs anschaue die darüber berichten, sind das schon einige 10.000 Leser;
Bei Technorati über Tage Nummer Eins zu sein, weist schon auf einiges hin. StudiVZ war permanent vor einer Suchanfrage wie “Rumsfeld”. Wenn man mal berücksichtigt, dass es locker 50x soviele Blogs in Amerika gibt wie in Deutschland ist das schon nicht zu verachten.
Die Anzahl der Posts hat momentan ein leicht exponentielles Wachstum und könnte heute so um die 100 Erreichen
Google liebt Blogs, bis alle negativen Berichte aus den Suchergebnissen raus sind wird es dauern
Alles (noch) keine Katastrophe, aber noch ist die Sache auch nicht vorbei. Ich bin gespannt wie es weiter geht…
@torsten: streiche “wahnsinnig” einfach…
ausserdem wollte ich damit nur sagen, dass die kritik bisher nicht wirklich etwas bewegt hat, ausser, dass man in berlin vielleicht etwas schlechter schläft als sonst.
und bei technorati in den pops zu sein tagelang, heißt auch im bloginteresse zu sein. ich würde das auf keinen fall vernachlässigen.
@jens: korrekt. und wenn man sich beim studivz nicht langsam überlegt, wie man positiv kommunizieren kann, dann könnte das noch zu einer katastrophe werden. immerhin bekommen langsam aber sicher die klassischen medien wind von der sache…
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