Werbemethoden – Wie man es nicht machen sollte

by Andreas Dittes on 30. September 2006 · 2 comments

Werbemethoden im Web 2.0 – da ist viel Innovation dabei. Virales Marketing, Guerilla-Marketing und was es da noch alles gibt. Im Prinzip läuft es immer darauf hinaus, dass eine Firma für möglichst wenig Geld möglichst viel Erfolg haben möchte.

Ich habe vor geraumer Zeit mehrere Posts über Social Networks für Studenten veröffentlicht und habe kurz darauf auf Google zu einigen Suchbegriffen zu diesem Thema Toprankings erreicht. Neben vielen Studenten sind so wohl auch konkurrierende Portale auf meine Seite aufmerksam geworden; denn wie kann man es sich erklären, dass Unister kurz darauf ein Kommentar bei mir auf dem Blog hinterließ, der für ihr eigenes Portal warb.

Das skurrile ist, dass man sich nicht einmal die Zeit genommen hat und den Kommentar bei einem der Posts über die Netzwerke hinterlassen hat, sondern einfach den neuesten Beitrag ‘beglückte’. Dieser handelte von einem Bilderservice und hat garnichts damit zu tun.
Hier kann man den Kommentar noch ansehen: 23 Photo Sharing – Ein weiterer Bilderservice im Web

Da ich im Impressum ausdrücklich darauf hingewiesen habe, dass ich keine Werbung von Firmen möchte, konnte ich mir eine Email an die Kommentatorin nicht verkneifen:

Hallo Frau Kessler!

Sie haben unter http://dittes.info/blog/2006/07/26/23-photo-sharing-ein-weiterer-bilderservice-im-web/#comments eine Werbe-Anzeige mit 1390 Zeichen und 2 Hyperlinks geschaltet. Leider habe ich von Ihnen noch keine Nachricht erhalten, für wie lange Sie die Anzeige schalten möchten.
Bitte teilen Sie dies umgehend mit, damit wir ein ordnungsgemäße Rechnung ausstellen können.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Dittes

Und hier der relevante Auszug aus der Antwortmail:

[...] ich glaube da ist mir ein Fehler unterlaufen. Denn eigentlich wollte ich den Kommentar im Forum schreiben. Ich glaube, dass ich mich da vertan habe.

Eine Anzeige zu schalten war nicht meine Absicht.

Ich bitte Sie daher den Text wieder zu löschen. Oder kann ich das auch selbst tun? Ich weiß leider nicht wie das funktioniert [...]

Man hat also vermutet, dass es sich nicht um Werbung handelt und man einfach so einen Kommentar bei mir hinterlassen kann. Kostenlos ist ja immer am Besten. Dass es sich um ein Blog und nicht um ein Forum handelt und dass sie zudem noch vergessen hat, die Pressemitteilung zu zitieren, das hab ich ihr dann in der nächsten E-Mail geschrieben.

Dass man einfach diesen Pressetext in sehr viele Foren kopiert hat, kann man bei Google erfahren. Ich hoffe, dass es auf den anderen Seite nicht so ungewollt wie bei mir war.

Einen Kompromiss oder eine Entschädigung wollte man nicht finden, im Gegensatz zu der Vorgehensweise anderen Firmen habe ich aber auf wilde Drohungen und Rechtswege verzichtet.
Ändert aber eh nichts daran, dass man so keine Werbung macht. ;)

{ 1 trackback }

Mein Parteibuch
30. September 2006 um 22:25

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1 Arno Klein 30. September 2006 um 13:07

Bei mir hatte Frau Kessler das auch versucht. Ich habe aber nicht so kundenfreundlich wie Du gedacht und ihr einfach nur mitgeteilt, dass in den Kommentaren keine Werbung erwünscht sei. Ich hätte ihr natürlich gleich einen Bannerplatz anbieten sollen. Bei mir war die Werbung allerdings tatsächlich in einem Beitrag über das Studiverzeichnis gelandet. Sie lernen anscheinend dazu. ;-)

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