Ich hatte es schon vorsichtig mit “StudiVZ für ca. 100 Millionen Euro von Holtzbrinck übernommen” betitelt, aber der Großteil der Blogosphäre hat in den letzten Stunden von einem Kaufpreis von 100 Mio Euro gesprochen.
Selbst die klassischen Medien haben beim Zahlenpoker mitgemacht: Während Die Welt (Holtzbrinck rettet kriselndes StudiVZ) Konstantin Urban fragt und ihn mit “über 50 Millionen Euro, aber deutlich unter 100 Millionen Euro” zitiert, der Spiegel (Holtzbrinck schnappt sich StudiVZ) ist eine der ersten Quellen, wird aber ertappt, wie der Artikel modifiziert wird und aus “an die 100 Millionen Euro” “bis zu 100 Millionen Euro” gemacht. Auch Timo hat eine Quelle, die die Angabe nicht bestätigen kann.
Während man sich im Handelsblatt (Holtzbrinck übernimmt Kontaktseite studiVZ), das zur Holtzbrinck Gruppe gehört, über Zahlen aussschweigt “Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden, teilte die Verlagsgruppe am Mittwoch mit”, fährt die Financial Times Deutschland & Börse-Online mit konkreten Zahlen auf: “Holtzbrinck zahlt 85 Millionen für StudiVZ”. Diese 85 Millionen werden allerdings gesplittet; “50 Mio. Euro gehen direkt an die Gründer, der Rest der Summe ist abhängig von bestimmten Zielen, die das Unternehmen erreichen muss.”
Interessant auch, wie die Amortisierung des Wertes eines Mitglieds von ~80€ vonstatten gehen soll: “Offenbar erhofft sich der Konzern aber beizeiten Synergien mit dem Studienführer der zum Verlag gehörenden Wochenzeitung “Zeit”, die darüber hinaus das Magazin Zeit Campus mit dazugehörigem Online-Portal an den Start gebracht hat. “Wir sind keine Händler”, sagte Konstantin Urban, Geschäftsführer von Holtzbrinck Networks. “Unser Ziel ist es ganz klar, das Unternehmen zu behalten und wirtschaftlich zu machen.” Vorbild ist durchaus der kommerzielle Erfolg von Facebook, das inzwischen 50 Mio. $ Umsatz erzielt.”
Einen anderen Zahlenpoker hatten die Jungs bei StudiVZ auf öffentlichen Druck hin beendet. Vielleicht gibt es ja trotz der Stillschweigensvereinbarung in ein paar Tagen nähere Infos von offizieller Seite aus.
StudiVZ ist mittlerweile auf Platz #2 der meistgesuchten Begriffe bei Technorati, Sven hat das zusammen mit Bloggerstimmen dokumentiert.
Ein letztes Wort noch: Die Abfindung von Robert Nardelli ist höher.